Freitag, 26. Dezember 2014

2. Weihnachtstag - .2014

Jetzt sitze ich im Flugzeug nach Frankfurt.  Um 6:45 Uhr stand Xiao Yu vor der Tür, wir waren pünktlich in Pudong und hatten Zeit, noch alle zusammen einen Kaffee zu trinken. Dann trennten sich unsere Wege.

 Im April sehen wir uns schon wieder, denn Titus wird 18 Jahre alt und das muss gefeiert werden.

Donnerstag, 25. Dezember 2014

1. Weihnachtstag


Wie wird denn nun Weihnachten gefeiert? Am Heiligabend traditionell deutsch oder am ersten Weihnachtstag morgens amerikanisch? Auf jeden Fall standen heute Morgen vor dem Kamin Titus, Nikes, Alexanders und mein Socke, gefüllt. Was mag drinnen sein?  Nur Sabines Socke hing schlaff am Sims. Gott sei Dank hatte ich noch ein kleines Päckchen, das ich vorsorglich hinein tun konnte. Sollte sie wirklich vergessen worden sein? Wie ungerecht!!!!!





Jetzt muss ich warten bis die Anderen aufgestanden sind.

 Nun ja, ich kann schon mal meinen Koffer packen, denn 

morgen früh fliege ich zurück nach Deutschland und  die 

Anderen machen eine Woche Strandurlaub  auf die 

Philippinen.






Na also!!!!

Am Nachmittag habe ich die letzte Gelegenheit wahrgenommen und meine Tour durchs Viertel gemacht. Ich hatte mir fest vorgenommen, die Veränderungen seit meinem letzten Aufenthalt hier festzuhalten. Es ist kaum vorstellbar, dass in so kurzer Zeit, ich habe meine ersten Fotos 2012 gemacht, ein doch noch sehr ländliches Gebiet zu einem futuristischen Stadtteil mit Hochhaussiedlungen werden kann. Wären nicht noch überall Reste des alten Chinas zu sehen, so würde man meinen, man hätte sich in der Stadt geirrt. Wie wird es hier in wenigen Jahren aussehen, wenn die U-Bahn-Linie 2 bis hierher verlängert, die Jing Fang Road untertunnelt  und die Beidi Road durch eine Elevated Road erweitert worden ist? Wie viele Hochhaussiedlungen werden noch entstanden sein?

Hier meine Radtour in Bildern:


Zuerst bin ich die Jinguang Road Richtung Beidi Road gefahren, um mir das Neubaugebiet "Kingdom Park" anzusehen.


Hier der Eingang zum Kingdom Park. Dahinter eine sehr 

schöne Gartenanlage mit Springbrunnen und fast barock 

anmutenden Blumenterrassen, alles noch nicht ganz fertig.


Kingdom Park, rechte Seite des Eingangs


Durchs Tor guckt man auf alte chinesische Häuser an der 

Beidi Road, die noch nicht dem Bagger zum Opfer gefallen 

sind und aus der Ferne Charme haben.


Auf der anderen Seite der Straße, die noch keinen Namen 

hat,  entsteht die riesige Siedlung „ „ mit Stadtvillen. Wer soll 

hier nur wohnen?




Hier nun eine Brücke zu dieser Siedlung im Stil der "Pont 

Neuf" in Paris.


Und dann dieses monumentale Clubhaus an der Jinguang 

Road. 2012 erstreckten sich hier noch riesige Brachflächen






 und im Herbst 2013 machte Ute dort schon dieses Foto von 

den Bauarbeiterunterkünften.




Mittags stehen an den Eingängen zum Baugelände die fliegenden Händler, bei denen sich die Bauarbeiter ihr Mittagessen kaufen.

Im Anschluss daran entsteht „Sublime Senior Living", eine riesige Seniorenresidenz.




Sie grenzt direkt an die BISS (British International School Shanghai).

Hier bin ich in die Baole Road abgebogen, weil ich die 

Hotelanlage  "Palacio de Madrid" fotografieren wollte, die im 

Anschluss an Forest Manor  gebaut wird.








Diese große Hotelanlage wird in Erwartung der vielen Besucher des Neuen Messegeländes gebaut,  zu dem ich im Anschluss geradelt bin. Ich musste wieder einmal durch  Zhudi-Town, dem alten chinesischen Örtchen, das ich so liebe, denn ein direkter Zugang zwischen diesen beiden Bezirken muss erst noch geschaffen werden. Da es überirdisch nicht mehr geht ist ein Straßentunnel von einigen Kilometern Länge geplant, der die neu zu bauende Beidi Elevated Road mit der Songze Elevated Road verbinden soll. In China wird der Bau dieses Straßentunnels höchstens zwei Jahre dauern. 
Also, Zhudi Town verändert sich nicht, wird höchstens noch enger und noch lauter  und ist einfach pittoresk, wenn man nicht dort leben muss.

Nachdem ich über die Brücke gekrochen war, Karren, Mopeds, Lastenfahrräder, Fußgänger und viele andere Transportmittel,  sah ich nun die Hotelanlage "Palacio de Madrid" von der Rückseite über einen gewaltigen Bauzaun hinweg. 



Durch die Lücken im Bauzaun blickte man auf Abfallhalden und mittendrin noch eine bewohnte Hütte.



 So ist es eben.


Kurze Zeit später wusste ich, was dort entstanden war, wo ich im Frühjahr  nur  ein großes Gebäude erahnen konnte, das neue Exhibition - Center.


Hier ein Bild  von April diesen Jahres.

So sieht es jetzt dort aus.

Das neue "West Hongqiao Exhibition Center" auf Plakaten


Das neue Messezentrum gilt als das größte der Welt. Man kann es von der Straße aus natürlich nicht überblicken, aber auf der riesigen Plakatwand kann man die Dimensionen erahnen.

Der Eingang zum Zentrum wurde streng bewacht und ich weiß nicht, wie ich es geschafft habe, aber ich durfte durchs Tor gehen und die Informationstafel fotografieren.




Und hier ein Text aus dem Internet, leicht gekürzt:

World’s Largest Exhibition Hall



Construction of the Hall A and Hall B of National Exhibition and Convention Center (Shanghai) was completed and brought into service on June 30, 2014 in West Hongqiao area of Qingpu District.
In October 2014, the China International Auto Products Expo, which covers a total exhibition area of 100,000 square meters, raised the curtain at Hall A and Hall B. In November, the Shanghai Fashion & Life Consumption Expo was also been held here.
After completion, it will have 400,000 square meters of indoor exhibition area and 100,000 square meters of outdoor exhibition area, and will become the world’s largest exhibition hall with “astylar” exhibition effects.
The four-leaf clover shaped National Exhibition and Convention Center (Shanghai) has 13 exhibition halls. Each hall covers an area that equals to 4 standard football stadiums. Construction of the other two exhibition halls in the southern part: Hall C and Hall D, is underway. The whole project will be completed during the first half of 2015.
Several super large-scale exhibitions will be held here, such as Shanghai International Automobile Industry Exhibition, China International Bicycle Fair, China International Textile Fabric and Accessories (Spring & Summer) Expo, Shanghai International Advertising Technology and Equipment Exhibition, and Shanghai International Print, Pack and Paper Expo.



 Und zum Abschluss noch einige Bilder aus Zhudi-Town, 

 zwei Welten prallen aufeinander. 




Das sind nur Bauzäune!!! Keine Sorge!








Man gibt Zhudi-Town noch fünf Jahre, dann wird es aller Voraussicht nach abgerissen worden sein und einer weiteren riesigen Neubausiedlung weichen. Auf meine Frage, was denn dann mit dem wunderschönen Tempel passieren würde, lachte Eric  nur und sagte: „Das, was mit allen Tempeln passiert. Er wird abgerissen und  irgendwo anders wieder aufgebaut. Das ist doch das geringste Problem!!!“





Mittwoch, 24. Dezember 2014

Heiligabend


Selten habe ich einen Heiligabend erlebt, der so stressfrei verlief wie dieser. Am späten Vormittag wurde gemeinsam der  "echte" Weihnachtsbaum geschmückt 


und dann hatten Sabine und ich Zeit für einen langen Spaziergang. Die Temperaturen lagen bei warmen 12°C., die Luft war nur „Moderately polluted“ (151-200), so dass die Sonne in einem hübschen, milchigen Weiß am Himmel stand und der leichte Grauschleier die Farben angenehm dämpfte. Wir entschlossen uns zu einem Spaziergang durch Phase III von Rancho Santa Fe. Hier sind einige Bilder.




Auf dem Weg dorthin, sah ich das Weihnachtsgeschenk für Sabine, aber sie wollte es auf keinen Fall haben, unverständlich!!!


Eingang zu Phase III

Weihnachtlich geschmücktes Tor


Türdekoration 



Phase III (oben und unten)
Phase III ist auch sehr schön, die Häuser sind etwas größer, aber: 
In Phase I und II fühlt man sich inzwischen zu Hause.




Der Erker an einem der Häuser erinnerte mich an meine Reise mit Rainer und Heidi nach Istanbul

Und zum Schluss noch eines der netten Schilder in den Anlagen.

Am Nachmittag wurde traditionell beim Tee „Drei Nüsse für Aschenputtel“ gesehen, dann wurde sich „aufgehübscht“, wie Sabine zu sagen pflegt, das Glöckchen klingelte, der Heiligabend konnte beginnen. 



Traditioneller kann ein Heiligabend nicht ablaufen.



Gemeinsam wurden mit Begeisterung, meine ich ernst, zuerst Weihnachtslieder gesungen, dann gab es - heute für alle -  ein Glas Champagner, und dann folgte die Bescherung, die 2 Stunden dauerte, weil immer nur ein Geschenk nach dem anderen geholt, ausgepackt und bewundert werden durfte.





  Man beachte das uralte Weihnachtsliederbuch!!!



 

Der absolute Höhepunkt waren natürlich die I-Phones für Titus und Nike. Danach hatte wir Erwachsenen Mühe, sie noch anzusprechen. 







   Und jetzt,( 05.01.2015) kann ich es ja erzählen. Wir sind in die iapm – Mall nur gefahren,      weil sich dort Shanghais größter Apple-Store befindet und die Eltern nach langem Zögern   beschlossen hatten, den angehenden Studenten und seine ehrgeizige kleine Schwester       zu Weihnachten eben mit einem neuen iPhone zu beglücken. Das war wirklich ein
  beeindruckender Laden, der sich über zwei Etagen erstreckte und der selbst mein        Herz höher schlagen ließ. 





 An der Kasse wartet eine lange Schlange von Kunden, um endlich ihr neues iPhone zu bekommen. Fast alle hatten dicke Bündel von Geldscheinen in den Händen. Wie man mir später erklärte, kaufen hier auch Zwischenhändler ein, die die Phones dann später in der Provinz weiter verkaufen.



 Sabine musste sich nicht in die Schlange einreihen, sie erhielt als Ausländerin eine exklusive Beratung. Kevin, so hieß der junge, reizende Verkäufer, sprach perfekt Englisch, hatte in Hongkong studiert und war Mitglied der Basketball-Mannschaft der SAS-Senioren.  
Also, alles klar!

Zum Abendessen gab es „traditionell“ Sushi. - sehr praktisch, da keine Vorbereitung und sehr lecker!!!



 Später, Alex konnte seine Kinder dazu bewegen, sich noch ein Viertelstündchen mit uns zu unterhalten, entbrannte eine interessante Diskussion über die Bedeutung der Religion für unser Leben.