Samstag, 20. Dezember 2014

SAS-Schüler im Muse ausgeraubt.


Tragödien

Josch ist/war entwischt!  
Heute Morgen wollte ich gleich anfangen zu backen. Als ich die Tür aufmachte, um die Backbleche, die ich zum Auskühlen vor die Tür gestellt hatte, hereinzuholen, sauste plötzlich ein schwarzer Schatten an mir vorbei – Josch!!!! Mein Herz blieb fast stehen. Es war passiert, was auf keine Fall hätte passieren dürfte. Wie sollte ich die Katze wieder einfangen? Meine kläglichen Versuche scheiterten und in Panik habe ich die ganze Familie geweckt. Alle waren sofort auf den Beinen aber die Katze, die sich Gott sei Dank noch nicht sehr weit vom Haus entfernt hatte, reagierte auf keinen Zuruf. Sie war total verstört. Mit dem Mut der Verzweiflung stürzte sich Sabine in die Büsche und konnte dann Gott sei Dank die Katze schnappen, die kratzte und sich wand wie eine Schlange. Wieder drinnen, sauste Josch davon und Sabine fiel, total zerkratzt, entnervt aufs Sofa. Ein wunderbarer Tagesanfang.




Und jetzt sitzt Josh immer am Fenster und starrt in den Vorgarten, wo wir sie eingefangen haben. 
"Ach könnte ich doch noch einmal, nur ein einziges Mal, wieder dort draußen herumlaufen !!!!"

SAS-Schüler im Muse ausgeraubt.
Und dann der zweite Schock. In Nikes Zimmer saßen 4 kleine verweinte Mädchen. Man hatte ihnen, aber nicht nur ihnen, nachts im Muse, der In-Diskothek am Bund, ihre iPhones gestohlen. Sie erzählten, dass die Disco sehr voll gewesen wäre und die Musikorgel gewummert hätte. Dann hätte die Erste gemerkt, dass ihr Phone weg war, dann die Zweite und so weiter. Es müssen über 10 iPhones gestohlen worden sein. Das Geschrei kann ich mir vorstellen. Nur so viel: Auf den Überwachungskameras waren die Diebe wohl zu erkennen aber warum hatte die Security die Gang nicht sofort erkannt???? Wie die Mädchen erzählten, haben die Manager wohl zwei Männer ergriffen und brutal zusammengeschlagen um etwas aus ihnen heraus zu bekommen, aber natürlich hat keiner die Hintermänner verraten. Jetzt kann man gespannt sein was passiert. Es war klar, dass die Diebe genau wussten, wer die Disko besucht und dass man am Tag vor den Weihnachtsferien reiche Beute machen konnte. Die SAS-Kids sind keiner armen Leute Kinder. Eigentlich sollte man die Zeitung "Shanghai daily" über den Vorfall unterrichten denn was der Betreiber der Disco am meisten fürchten wird, ist Öffentlichkeit.

Ein Weihnachtsbaum muss her!!
So schön der glitzernde Plastikbaum auch in der Vorweihnachtszeit ist, ein echter Tannenbaum mit echten Kerzen muss her. Darauf will Nike auf keinen Fall verzichten. Deshalb sind wir am Samstagnachmittag noch zum Blumenmarkt gefahren, haben eine Baum in einem sehr schönen Topf gekauft, der morgen geliefert werden soll, und haben anschließend noch einen Abstecher zum Pearlmarket gemacht. Vielleicht findet man ja was!!!
Abends waren wir mit zwei befreundeten Familien aus Rochester  (USA) zum Essen im M1NT am Bund verabredet. Und jetzt muss ich erst einmal Abbitte leisten. 
Die Fahrt in die Stadt, schön langsam wie immer, war ein Traum. Da es schon dunkel war, war die Stadt mit ihrer Lichtreklame eine Augenweide, eine Märchenstadt hätte nicht schöner sein können. Alex hatte durch seine Assistentin einen Tisch für elf Personen im M1NT reservieren lassen, einem tollen Restaurant  mit herrlichem Blick über den Bund, über den Fluss hinüber nach Pudong. Das war wunderschön und außer den interessanten Gesprächen haben wir alle das vorzügliche Essen sehr genossen.
„Ein Abend am Bund ist wirklich ein Erlebnis!!“




von links nach rechts: Nike, Henriette L., Dagmar L., ich, Sabine, Tanja R., Peter R., Alex, Michael L., Joshua R., Titus


Es ist schon verrückt: Die vier Jugendlichen im Vordergrund, Nike, Henriette, Joshua und Titus, haben sich an der Deutschen Schule Bloomfield (Detroit) kennengelernt. Jetzt trifft man sich  in Shanghai, in drei Jahren vielleicht in Sao Paulo? Das Auto-Karussell dreht sich!! Und da die Expats eine große Community bilden, sind auch die Eltern miteinander befreundet.


Der geplante Absacker in der Bar im Hyatt musste leider ausfallen. Sie ließen uns nicht hinein, weil Nike und Henriette noch keine 18 sind. Die Alten waren enttäuscht, die Chauffeure glücklich, dass sie bald nach Hause fahren konnten, die Jugend froh weil sowieso schon hundemüde. Nike und Titus hatten in der Nacht zuvor, wegen der „Tragödien“ so gut wie nicht geschlafen und Joshua, der erst am Nachmittag aus Chicago, wo er studiert, eingeflogen war, litt unter Jetlag. 
Also fuhren wir nach Hause, durch eine nun dunkle Stadt. Um 22 Uhr werden in Shanghai die meisten Lichtreklamen abgeschaltet und auch der Bund hatte plötzlich seine Magie verloren.




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