Montag, 18. Mai 2015

Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland Shanghai

Um ein Visum zu beantragen, muss der Reisepass noch 6 Monate gültig sein.  Heute konnte Titus neuer Reisepass abgeholt werden, was für Titus wegen der IB-Klausuren unmöglich war. Also habe ich mich angeboten,  für ihn zum Konsulat zu fahren. Hätte ich gewusst, dass es den ganzen Tag wie aus Kübeln schütten würde, wäre ich vielleicht nicht so schnell bereit gewesen. Nun liegt das Konsulat ganz in der Nähe der Nanjing West Road und einmal, so hatte ich mir vorgenommen, wollte ich diese Luxus - Einkaufsstraße in all ihrer Pracht erleben.
Natürlich hatte ich auch nicht daran gedacht, dass auch in Shanghai montags die Museen  geschlossen sind.

Jetzt, am Abend, muss ich rückblickend sagen: So schlimm war es dann doch nicht. Ich habe viele interessante Fotos gemacht.

Nachdem Qiao Yu mich am Konsulat abgesetzt hatte, dort sollte er mich um 14:30 Uhr auch wieder abholen, stiefelte ich los. Der Regen wurde von Minute zu Minute heftiger, die Gullys konnten die Wassermassen kaum fassen und schon nach Minuten war ich bis zur Gürtellinien nass, trotz Regenschirm. Gott sei Dank war es warm, so dass man es kaum merkte.
Ich „bummelte“ also die Nanjing Road hinunter um mir den „Bubbling Well Lilong“ anzusehen.  Genau gegenüber der Einmündung der Tongren – Road in die Nanjing Road  liegt  das Shanghai Exhibition Center, wo wir  bei meinem ersten Besuch eine Ausstellung gesehen hatten. Jetzt sah  ich auf der Rückseite diese Skulptur von Arman. Interessant.





Die Fotos habe ich erst auf dem Rückweg gemacht, denn dann hatte endlich  der Regen nachgelassen.

Der „Bubbling Well Lilong“ ist nicht der erste Lilong, den ich in den Jahren gesehen habe, aber ich finde es immer wieder spannend hindurch zu gehen.

Bubbling Well Lilong

Blick in eine Seitengasse

Ich gebe zu, dass es auch weniger schöne Ansichten gibt.

 Erst als ich den Lilong verlassen hatte, kam mir plötzlich alles sehr vertraut vor.  Tatsächlich, am Ende der Weihai Road erkannte ich das Hotel „Four Seasons“. Hier war ich mit Sabine bei meinem ersten Shanghai Aufenthalt 2012 . Rings um das Hotel waren damals nur hohe Bauzäune zu sehen und heute:



Schön war es, wieder Blumenbauzäune zu sehen.




Aber die Nanjing- Road? Das ist nicht mein Fall. Diese Luxusläden interessieren mich wirklich nicht und so habe ich auf dem Rückweg versucht, noch ein paar interessante  Dinge zu fotografiere , sofern mir der Regen keine Strich durch die Rechnung machte. Interessant fand ich die Auslage in der Hähnchenbraterei,  


aber viel mehr interessierte mich der Blick auf den Lilong über einen hohen Bauzaun hinweg.


Leider kann man den schönen Scherenschnitt  auf dem Schild doch nicht gut erkennen.


Auf der anderen Straßenseite

 Auch hier werden in den nächsten Jahren Hochhäuser entstehen und es werden auf Dauer nur die „Touristen-Lilongs“ übrig bleiben. Ich frage mich, wie die Menschen, die noch in den Lilongs leben, das sehen. Würden sie nicht auch viel lieber in einem modernen Hochhausappartement leben? Aber was fällt dafür alles weg?  Man kann abends nicht mehr vor der Haustür mit dem Nachbarn ein Schwätzchen halten, mal schnell um die Ecke ins Lädchen gehen usw.. Sabine hat für meine "westlichen" Gedanken kein Verständnis. Sie sagt, die Lebensbedingungen in den Lilongs wäre vorsintflutlich.  Für die jüngere Generation ist es also wohl keine Frage, was sie bevorzugen.
Das Generalkonsulat befindet sich im achten Stock  dieses Hochhauses. 

Gemeint ist das Hochhaus in der Mitte.

In der Halle im Erdgeschoss befinden sich acht Aufzuganlagen, je nach dem, wohin man will. Vor den Aufzügen, die in die oberen Etagen fahren, hatten sich Menschenschlangen gebildet, aber ich musste nicht warten, selbst im Konsulat dauerte es nicht lange, bis ich meine Pflicht getan und mit dem neuen Reisepass für Titus wieder hinunter und mit Qiao Yu nach  Hause fahren konnte.


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