Mittwoch, 20. Mai 2015

Sericulture Tour


Sericulture, or silk farming, is the rearing of silkworms for the production of silk. So steht es bei Wikipedia und ich hatte vorher diesen Ausdruck noch nie gehört.
Auf jeden Fall hatte Sabine mich für heute zu einer Bustour zu einer Seidenraupenfabrik nach Nanxun angemeldet.
Ich habe bei meinem ersten Aufenthalt  in Shanghai zwar schon einmal eine Seidenraupenfabrik besucht, aber diese Tour hörte sich sehr spannend an.

May is the month where the countryside comes alive with sericulture, or silkworm farming. Visit MaYao village to learn this ancient skill and observe the traditional equipment used to raise silkworms.  We’ll see silkworms being raised and discuss the process with the farmers.  Afterwards, tour a silk bedding factory- the owners live on the factory complex and have a large organic garden for the workers. We’ll learn how to determine quality silk and its amazing health benefits. You can purchase custom silk-filled bedding for delivery to your home. Finally, visit the local mulberry orchard where there are three different varieties-sample them all and pick some to bring home (priced by weight).
Ich sollte mit dem Taxi zum meeting-point am HongQiao Marriott fahren, aber was nicht kam, war mein Taxi. Erst nachdem Alex noch einmal angerufen hatte und ich schon völlig nervös war, tauchte ein Taxi auf, so dass ich dann doch pünktlich ankam. Tracy, Michael und zwölf amerikanische Ladies warteten auf mich und sofort ging die Fahrt los. Es ist immer wieder faszinierend, wie freundlich man empfangen wird. „Hey Heidi, nice you could manage it. Let‘s start“, so empfing mich Tracy, die Organisatorin von „Shanghai & beyond“, die viele interessante Touren anbietet.




Wir fuhren anderthalb Stunden durch das Yangtze-Delta Richtung Süden. Das war faszinierend. Kanäle und Seen durchziehen die Landschaft. Hochhaussiedlungen neuester Bauart, endlose elevated roads wechseln sich mit teils verfallenen Hütten und kleinen chinesischen Dörfern ab. Ein fish–pot neben dem anderen und dazwischen tree-farms, denn für die über Nacht aus dem Boden schießenden Städte braucht man tausende von Bäumen. Es war eine sehr abwechslungsreiche Fahrt.
Bei den Damen im Bus hatte ich das Gefühl, dass sie sich schon seit Jahren kannten. Das stimmte nicht aber alle hatten einen ähnlichen Background. Sie alle haben schon in vielen Ländern gelebt, haben ihre Familien über die ganze Welt verstreut und fanden immer wieder einen Anknüpfungspunkt für ein neues Thema.  Das war schon faszinierend.
Unterwegs erhielten wir eine Einführung in das Programm des heutigen Tages und Tracy machte uns den Mund wässrig nach den herrlichen Körben, die sie für die Menschen in der Region von Nanxun vertreibt. Hier ein Foto.




Zuerst fuhren wir zu der Seidenraupenfabrik außerhalb von Nanxun.
Hier wurden wir vom Besitzer der Fabrik herzlich begrüßt. Er hat die Fabrik von seinem Vater übernommen, einem Textilfabrikanten, der ihm aber dringend davon abgeraten hatte, in die Seidenraupenzucht zu investieren, weil er darin keine Zukunft sah.
Zu diesem Thema hat mich Titus auf ein interessantes Dokument aufmerksam gemacht  „Spring Silkworms“ by Mao Dun. Man kann es im Internet abrufen.
Herr Chang ließ sich aber von seinem Wunsch nicht abbringen und hat in  Zusammenarbeit mit der Universität von Soochow  Seidenraupen gezüchtet, die widerstandsfähiger sind und die auch farbige Kokons produzieren. 

Ankunft in der Seidenfabrik.

Tracy  und Michel führen in die Seidenraupenproduktion ein..

Michel, der Partner von Tracy, der aus der Gegend von Nanxun stammt, und die Kontakte hergestellt hat.

An den Kokons kann man die Qualität erkennen.



Von dort ging es weiter zur Seidenraupenfarm in MaYao Village, mitten auf dem Land. Unterwegs kamen wir an vielen Betrieben vorbei, die Abrisshäuser ausschlachten und das Holz an Werkstätten weiterverkaufen, die daraus moderne Möbel machen.







Die Bäuerin  begrüßte uns sehr freundlich und führte uns in den ersten Raum, in dem auf einer Kalkschicht Maulbeerblätter ausgebreitet waren, mit tausenden von Seidenraupen. 


Sie müssen regelmäßig mit erstklassigen Maulbeerblättern gefüttert werden, eine zeitraubende Tätigkeit. Der Monat Mai steht ganz im Zeichen der Seidenraupen. Im Herbst beginnt dann die zweite Aufzuchtperiode, aber da die Maulbeerblätter dann nicht mehr jung sind, gilt die „Herbstseide“ als nicht so hochwertig. Und hier Tracys Lieblingsspruch: „You are what you eat!“



Michel zeigt uns die Netze, in denen die Seidenraupen ihre Kokons bilden.




Anschließend fuhren wir zurück zur Seidenraupenfabrik, wo wir im Haus des Fabrikbesitzers köstlich bewirtet wurden.




Interessant sind die Drehplatten, die in China sehr oft benutzt werden.

Die Kochküche ist auch hier, wie bei Sabine, mit einer Schiebetür abgetrennt.

In guter Stimmung besichtigten wir die Fabrik, konnten zugucken, wie eine Bettdecke entsteht und natürlich auch Bettdecken kaufen, was auch sehr viel der Ladies taten.  



Schön war der an einem Kanal gelegene „organic garden“, der auch den Arbeitern der Fabrik zur Verfügung steht.




Ein Blick über die Fabrikmauer ging auf viele hohe Türme. In der Gegend um Nanxun werden Aufzüge für Wolkenkratzer gebaut, die Türme dienen für Experimente.



Zum Abschluss unserer Tour fuhren wir zu dem local mulberry orchard“.

Empfangsgebäude
Der Besitzer gibt uns eine Einführung in die Produkte, die er vertreibt. Tracy übersetzt

 



Mauberrybusch mit Früchten

Zur Begrüßung der Münsteraner gibt es morgen Maulbeertartar als Vorspeise  und zum Nachtisch Maulbeeren auf Eis und Maulbeerwein!!






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