Montag, 1. Juni 2015

LanTau

Die viertägige Reise nach Hongkong war für Titus ein Geschenk zur Graduation. Ich durfte mitkommen.


Um 11 Uhr sind wir auf LanTau gelandet, wo sich der Flughafen von Hongkong befindet. Tropische Luft schlug uns beim Verlassen des Flugzeugs entgegen. 31 Grad Celsius!!
Ein Taxi brachte uns über steile Serpentinenstraßen, durch tropische Wälder hinüber auf die andere Seite der Insel LanTau nach Mui Wo Town zum Silvermine Beach Resort. Das Hotel liegt wunderschön direkt am Strand aber leider ist der Ort eine einzige Baustelle. Wo blieb die Idylle, auf die wir uns so sehr gefreut hatten???

Blick vom Hotel auf den Strand mit Baustelle

Muschelfischer  bei Ebbe

Vier Tage, nicht all zu viel Zeit. Also sind wir gleich am Nachmittag vom Fährterminal aus mit dem Bus nach NgongPing zum PoLin-Kloster gefahren. Gut, dass wir uns schon am Flughafen Octupus Karten besorgt hatten, die vollautomatischen Kreditfahrkarten, die wir ähnlich aus Amsterdam kannten.
Dort haben wir uns den größten sitzenden Buddha der Welt, das Wahrzeichen LanTaus, angesehen. Eigentlich fand ich diesen Ausflug ziemlich überflüssig, denn die Beschreibung im Hongkong-Führer ließ vermuten, dass es sich um eine reine Touristenattraktion handeln würde. Aber dann war es doch sehr beeindruckend. Die Wolken hingen sehr tief, so dass der Buddha wie in den Wolken schwebte und die Tempelanlage mit ihren Weihrauchschwaden und den Gesängen der Mönche etwas sehr feierliches hatte.




Gegenüber der Treppe befindet sich eine kreisrunde Plattform, auf der Titus hier steht. Wenn man sich genau auf den Mittelpunkt dieser Plattform stellt, also Aug in Aug mit dem Buddha steht, so entsteht eine ganz eigenartige, fast unheimliche Akustik. Kann Titus jetzt mit dem Buddha sprechen oder spricht der Buddha mit ihm???

Der TianTan Tempel, zu dem der Buddha gehört.


Buddhabrünnchen


        Symbolisch kann hier das buddhistische Reinigungsritual vollzogen werden.

"Räucherstäbchen"

Von dort sind wir dann gegen Abend ins Fischerdorf TaiO gefahren. TaiO wollte ich unbedingt sehen, denn im Reiseführer heißt es:“TaiO dürfte die älteste menschliche Siedlung auf LanTau sein. Interessant und eigenartig ist die Bauweise auf TaiO. Viele Häuser stehen zum Schutz vor Hochwasser auf Holzstelzen, was TaiO auch den Beinamen „Venedig Hongkongs“ einbrachte.“
Gleich an der Bushaltestelle wurden wir von einem jungen Mann aufgefordert, doch ein kleines Boot zu mieten und uns durch die Kanäle des Städtchens schippern zu lassen. 


Was wir sahen, war unbegreiflich. Romantisch? Erschreckend? Deprimierend? Aufregend? Schwer zu beschreiben. 




Nach der Bootstour schlenderten wir durch TaiO, sahen uns in den Straßenläden die vielseitigen Fischprodukte an, kamen zum KwanTi-Tempel aus dem frühen 16. Jahrhundert und immer tiefer in den Ort hinein.  Was ist TaiO für ein Ort?  Laut Reiseführer wohnen hier die Nachfahren des Volkes der Tanka, südwestchinesischer Migranten. Auf einem Schild, das wir später so auch in Mui Wo sahen, wird der Ort als „Squatter-Settlement" bezeichnet.

“Squatter settlements are any collection of buildings where the people have no legal rights to the land they are built upon.  The people are living there illegally and do not own the land.  They provide housing for many of the world’s poorest people and offer basic shelter.  They are often constructed with poor materials initially, including plastic sheeting, corrugated metal, wood and cardboard.  These are all materials that are available either freely as waste or cheaply.   Squatter settlements also often lack proper sanitation, water supply, electricity or telephone services.” (http://www.gdrc.org/uem/define-squatter.html)

Die Menschen in TaiO wirkten nicht wie Slumbewohner und vielleicht ist der Vergleich mit Venedig nicht ganz falsch. Auf jeden Fall ist TaiO eine Touristenattraktion und es sieht nicht so aus, als ob Hongkong TaiO zu Gunsten einer weiteren Satellitenstadt aufgeben wolle.


In den Sträßchen von TaiO werden Fischprodukte aller Art verkauft.

KwanTi-Tempel



TaiO bei Niedrigwasser



Abendessen

Zu Abend haben wir in einem kleinen Restaurant gegessen. Als wir eintraten, war es völlig leer und wir hatten Bedenken, ob man hier wohl essen könne. Was man konnte, denn es hat vorzüglich geschmeckt. Im Laufe des Abends füllte sich das Restaurant mit Einheimischen die laut lachend schmausten und feierten. Es war eine sehr angenehme Atmosphäre.

TaiO war ein Erlebnis, wie auch der ganze weitere

Abend ein unvergessliches Erlebnis war. 

Unser Hotel am Abend




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