Dienstag, 22. Dezember 2015

22.12.15 – Die Verbotene Stadt


Meinen Morgenspaziergang habe ich zum Qianhai gemacht, dem Teil der Seenkette, der dem Orchid am nächsten liegt. Hier war es sehr schön, sehr ländlich und sehr winterlich. In einigen Teilen war der See zugefroren und man konnte in der Ferne Schlittschuhläufer erkennen, die ihre Bahnen zogen, sehr romantisch. 




Die Hutongs zwischen dem See und dem Drum-Tower schienen alle restauriert zu sein, sie wirkten sehr neu und sehr sauber. Wäre das eine Möglichkeit? In einem Reiseführer über Beijing hatte ich folgende Passage gefunden.



Könnte die Zukunft der Hutongs so aussehen, wie hier am See?

Das Frühstück im Orchid ist wirklich sehr lecker. Wir konnten unter sechs verschiedenen Arten wählen, die alle sehr ansprechend serviert wurden.

Um 10:30 fuhren wir dann mit dem Bus  Linie 5 für 2 RMB pro Person direkt bis zum Tian’anmen Platz. Hier sollte unsere heutige Tour beginnen. Der AQI (Air Quality Index) lag bei 250, Sabine, Alex, Titus und Nike setzten ihre Atem-Schutz-Masken auf. Ich konnte mich nicht dazu entschließen.


Das Überraschendste an der heutigen Tour war, dass wir zwar alle theoretisch wussten, wie groß der Tian’anmen Platz und die Verbotene Stadt sind, und wir trotzdem von der Größe überwältigt waren. Es ist unvorstellbar. So groß hatten wir uns den Platz nicht vorgestellt, so weitläufig die Verbotene Stadt nicht. 


Blick in Richtung Verbotene Stadt


Da nützt es nichts, dass man viel darüber gelesen hat, viele Bilder und einige Filme gesehen hat. Man muss es wirklich erleben. Natürlich kam uns zu Gute, dass Winter ist, die Temperaturen um den Gefrierpunkt herum lagen und bedingt dadurch, relativ wenige Menschen unterwegs waren. Vielleicht hatten auch die Warnungen vor der extremen Luftverschmutzung dazu beigetragen. Wir haben es genossen, in aller Ruhe alles bestaunen zu können. Unsere Fotos sind da nur eine Erinnerung für uns und vielleicht für alle diejenigen, die schon hier gewesen sind. Sie können das einmalige Erlebnis nicht ersetzen.

Tor des Himmlischen Friedens (Tian'an Men) mit dem Bild Maos.

Das Mitttagstor, der Haupteingang in die Verbotene Stadt.
Kleine chinesische Mädchen lassen sich gerne mit Nike fotografieren.

Marmorne Rampe zur Halle der Höchsten Harmonie mit Drachenreliefs.
"Dieses riesige Marmorrelief  gliedert sich in drei Bereiche. Der obere mit 9 Drachen, symbolisiert die überragende Bedeutung des Kaisers, der mittlere und untere Bereich Wellen und Klippen.
Es wird gesagt, dass dieses riesige Marmorrelief auf einer künstlichen Eisschicht von ihrem Herstellungsort in Fangshan bis in die verbotene Stadt gezogen worden ist."


Rechts und links des Tors der Höchsten Harmonie  stehen diese mächtigen Bronzelöwen. Der rechte Löwe, männlichen Geschlechts, hält einen Ball unter seiner Pfote. Der linke ist weiblich und spielt mit seinem Jungen.




Mehr als 300 solcher, mit Wasser gefüllter Bronzekessel, verteilten sich über das gesamte Areal der Verbotene Stadt. Sie dienten zur Feuerbekämpfung und wurden im Winter gegen den Frost in  Quilts gepackt.




In der Halle der Höchsten Harmonie, der ranghöchsten Halle des Kaiserpalastes, steht der Thron des Kaisers. Jeder will ihn sehen. Im Film "Der Letzte Kaiser" spielt er ein wichtige Rolle.






Auf den Gratenden von Tempeln- und Palastdächern findet man eine seltsame Prozession kleiner Fabelwesen aus Keramik. Angeführt wird diese von einem Reiter auf einer Henne. Dieser kleine Reiter verkörpert den Prinzen Min aus Qi (479-502 n.Ch.).Weil er sein Volk in Kriegszeiten in Stich ließ, hängten ihn seine Untertanen an der Dachrinne seines Palastes auf.  Seine Flucht ist aussichtslos. Vor ihm liegt der Abgrund, auf der anderen Seite droht feindselig ein behörnter Drache. mit weit aufgerissenem Maul. Dazwischen reihen sich die "Kinder des Drachen": Phönix, Löwe, das chinesische Einhorn und das Himmelspferd. 
Je nach Rang des Gebäudes kann eine solche Reihe aus bis zu elf Figuren bestehen.





Die Neun-Drachen-Wand - die Zahl Neun ist ein Glückssymbol, der Drache das Zeichen des Kaisers.
In Wirklichkeit ist sie nicht gebogen. Titus hat eine Panoramaaufnahme für mich gemacht.




Diese Krone im Palastmuseum hat uns besonders gut gefallen.









Am Nordtor, durch das wir die Verbotene Stadt verlassen haben, knieen zwei Bronze-Elefanten in anatomisch unmöglicher Position. Das soll die Macht des Kaisers symbolisieren. Sogar Elefanten kowtowen" vor dem Kaiser. 

Am Abend sind wir dann wieder zu „Mr. Shi“ gegangen. Es war so voll, das wir lange warten mussten, bis ein Tisch frei wurde. 

Warum es so voll war, erklärte uns ein Besucher, an dessen Tisch wir dann endlich Platz nehmen durften. Es war „Gong Tschi“, ein Tag, zu dem Dumplings einfach dazu gehören.

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