Donnerstag, 5. Mai 2016

04.05.16 – MOCA und Shanghai Urban Planning Exhibition Center

 Heute bin ich mit der S2 in die Stadt gefahren, obwohl ich zögerte, als ich durch den herrlichen Compound zum Bus ging. Sollte ich wirklich fahren oder das herrliche Wetter hier genießen.








Doch es hat sich gelohnt. 
Im MOCA  (Museum Of Contemporary Art) im People’s Park lief die Ausstellung „WithIn – WithOut“ des taiwanesischen Architekten Kris Yad. Ich hatte noch nie etwas von ihm gehört, aber die Ausstellung hat mich begeistert. 
Der Titel bezieht sich auf die zwei Teile seiner Arbeit.  WithIn beziehe sich auf die Eindrücke, die ihn zu seinen Arbeiten inspirieren, WithOut  auf die Arbeiten, die aus seinen Reflexionen resultieren. Hier einige Beispiele:
WithIN:
1. Distractions and Serenity





Zusammenhanglose Wörter oder Symbole werden auf 221 Stelen projiziert und gleiten  in unterschiedlicher  Geschwindigkeit darauf auf- und abwärts. Sie stehen für das Chaos  unserer Gedanken. Dann steht unerwartet alles still. Entspannung und  Gelassenheit entstehen. Die Wörter, die dann aufleuchten, sind Auszüge aus  der „ Heart Sutra“

2. The Drape House – Project 2003





Twenty architects from around the world were invited to each design a five-room vacation house on the shore of the Fo Sho Lake in Nanjing, China. Our team proposed a “House of Drapes” by the lake. Emulating a traditional dyehouse with hanging fabrics, the swaying draperies obscure the frame of the building, creating indefinite forms that are constantly changing as the wind blows.
The estate is not fully visible at first glance when approached. The house slowly reveals itself as the visitor strolls along a winding path, passing a swing, a rusted animal cage, a juniper-burning stove to finally catch glimpses of the building through the trees. A view of the lake unfolds at the end of the path as the visitor reaches the lakefront house. At the ground floor entrance, five box-shaped wooden structures are suspended in the air like tree houses, held by a steel frame. Maroon drapes are hung on the sides of the boxes. Stairs that are partially visible from the exterior connect these wooden compartments independently. The elongated pool on the ground, reflecting the house, enhances the connection between the structure and the lake, which serves as the axis of this linear structure. The kitchen, dining, and living spaces are hidden from view, in the slopes of the hill that functions as the basement of the building.

2. Water-Moon Monastery  Projekt 2012



When asked what his vision for the future temple would be, Master Sheng Yen, the founder of the Monastery and Dharma Drum Buddhist Group, answered that he “sees” the temple in his meditation dhyana, “It is a Flower in Space, Moon in Water,” he said. “Let’s name it the Water-Moon Monastery”. Thus began the Water-Moon Monastery. Situated on the vast Guandu plain, facing the Keelung River and with the Datun Mountain as its backdrop, the design takes advantage of its natural surroundings and strives to build a tranquil spiritual place. 

Der Architekt Kris Yao, "Interviews - Screening Session

WithOut: 

Lanyang Museum,  Yilan County, Taiwan - 2010


Wie Felsen in der Brandung











Und dann ging ich durch People’s Park zum Urban Planning Center.


Beim Verlassen des  People’s Park kam ich an vielen diskutierenden Gruppen vorbei. Es  erinnerte mich an „Speakers Corner“ in London.  Könnte ich doch wenigstens ein paar Brocke Chinesisch. Worüber regten sich die Leute auf? Ein Mann verkaufte Buttons, mit dem Konterfei von Sun Yat-sen. Welchen Grund hatte das? Ich kaufte einen, auch wenn ich den Zusammenhang zwischen den ausgelegten Schriften und den Buttons nicht verstand. Für mich war er einfach eine schöne Erinnerung.







Ach ja, als ich beim Abendessen davon erzählte und Alex im Internet recherchierte, bekam ich auch die Antwort auf mein Erstaunen über das Denkmal von Sun Yat-sen auf den Tian’anmen Platz in Beijing. Es  steht dort nur an den Maifeiertagen und an anderen Nationalfeiertagen. Warum?*
Nach einer kurzen Pause bei einem Pott Nudeln  am People’s Square ging ich dann nur noch ins Shanghai Urban Planning Exhibition Center. Dort war ich zuletzt 2012. Zu meiner Überraschung waren jetzt alle Texte in Chinesisch und in Englisch, Gott sei Dank, endlich konnte ich etwas verstehen.  Und das Modell der Innenstadt von Shanghai war mir jetzt auch kein Buch mit sieben Siegeln mehr.



 Es hat Spaß gemacht durch das Gebäude zu schlendern und  dann von der Sightseeing Hall auf der 6. Etage bei einer Tasse Kaffee die schöne Aussicht zu genießen.


Blick aufs Shanghai Museum

Having a Water Colour Painting Mounted
eines von vielen Aquarellen von He Youzhi (192 - 2016) dem das Urban Exhibition Center eine Ausstellung anlässlich seines Todes gewidmet hatte.


 Da der Shuttlebus  zum RSF jetzt am Hong Qiao Airport-Parking lot P5 abfährt, das mir noch nicht vertraut war, fuhr ich rechtzeitig zurück. 

* Doch jetzt wollte ich es genauer wissen:

Das Tor des Himmlischen Friedens, als Eingang zur Verbotenen Stadt und als Ort wichtiger historischer Ereignisse, ist von großer politischer Bedeutung. 1925, beim Tod von Sun Yat-sen, China wurde damals von den Nationalisten regiert, hängte man ein großes Porträt von Sun Yat-sen dort auf. 1945, man feierte den Sieg über die Japaner, wurde es durch ein Porträt von Chian Kai-shek ersetzt. Seit 1949, als Mao Zedong die Volksrepublik China ausrief, hängt dort das Porträt Maos.  Jedes Jahr am 1. Oktober, dem Jahrestag der Gründung der Volksrepublik, wird es durch ein aktuelles Porträt ersetzt. Am 9. März 1953, zum Tod Stalins, wurde es kurzzeitig durch ein Portrait Stalins ersetzt.

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