Sonntag, 8. Mai 2016

08.05.16 – Guilin_ Fahrt in die Berge und Rückflug

In der Nacht ging ein schweres Gewitter über Yangshou nieder und der Strom fiel aus. Am Morgen stellte sich heraus, dass nichts mehr ging. Der Li-Fluss und der Yulong –Fluss waren weit über die Ufer getreten und hatten die Straßen überflutet. Die Autos kamen nicht mehr durch und es bestand die Gefahr von Erdrutschen.  Amy, die nette junge Hotelmanagerin, meinte mit ihrem freundlichsten Lächeln:  „Sie haben Glück, so was erlebt man nur alle 10 Jahre!“ Unser Programm für diesen Tag musste weitgehend gecancelt werden. Also warteten wir erst einmal ab.  Plötzlich kam Alex und rief uns ganz aufgeregt zu: „Ihr müsst euch etwas angucken!“ Auf der anderen Straßenseite, wo  die Reisfelder beginnen, hatte sich ein reißender Strom gebildet und mitten drin stand ein alter Chinese und fischte. Und tatsächlich, er hatte nach kurzer Zeit einen kapitalen Fisch in seinem Netz. Und er stakste glücklich weiter durch die Fluten.





Als dann nach einiger Zeit unser Fahrer kam, um uns zum Flughafen zu bringen so lange überhaupt noch eine Straße passierbar war, sahen wir überall am Straßenrand die Menschen mit Kaschern und Netzen. Die „fishpots“  waren überschwemmt worden und die Fische hatten das Weite gesucht.




Titus, dem wir das aufgeregt am Telefon erzählten meinte ganz trocken: „ Klar, Sonntag ist Fischfangtag!!“ So ein Glück hat man nicht alle Tage.


Unser ortskundiger Fahrer, Marc, Cousin von Amy,  überredete uns dann doch, mit ihm noch eine Fahrt in die Berge zur „Green Tea Plantation of Yanghou zu machen. „No problem for me!“ Er kannte sich aus. Sabine war sehr angespannt, sie sah uns vor ihrem geistigen Auge schon in einem Erdrutsch in die Tiefe stürzen. Aber Marc manövrierte uns durch überflutet Straßen, um umgestürzte Bäume  herum, an kleineren Erdrutschen vorbei, über enge Serpentinen hinauf ins Gebirge zur Teeplantage. 






Dort machten wir nur einen kurzen Stopp, Sabine drängte zur Eile, aber Marc wollte uns noch etwas bieten.  Er war nicht zufrieden. An einem Aussichtspunkt hielt er an. Die Aussicht war wirklich umwerfend. 


Ein Dank an Marc!!!

Jetzt, im Nachhinein, sehen wir es alles als großes Abenteuer, aber wenn man heute (09.05.) in die Zeitung guckt und die Überschrift liest:„MUDSLIDE LEAVES 41 PEOPLE TRAPPED!“,  dann kann man Sabines Nervosität verstehen.
Und, man wird es kaum glauben, der Rückflug war völlig unproblematisch.  Wir waren zur vorgesehenen Zeit wieder in Shanghai.


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