Donnerstag, 29. Dezember 2016

29.12,2916 - Ein gelungener Nachmittag – 11. Shanghai Biennale und Black Pepper

 Dieses  Jahr findet die 11. Shanghai Biennale unter dem Titel 
"Why Not Ask Again”  in der Power Station of Art statt. Für mich ist es das dritte Mal und ich bin wieder total begeistert. 




Der Einführungstext zur Ausstellung erschien mir im Vorhinein ziemlich kompliziert, aber jetzt finde ich ihn einleuchtend.

"The Delhi-based trio Raqs Media Collective, comprising Jeebesh Bagchi, Monica Narula, and Shuddhabrata Sengupta, are pedagogues par excellence. Their artistic and curatorial practices perpetuate a core strategy of reckoning and, now, coping: to stay inquisitive yet “to look beyond answers.” So it is that speculative imagination and future-oriented utopianisms set the tone in the great hall, turning it into a planetarium of choreographed gestures and temporalities. At the center of the first floor, the dancers of Lee Mingwei’s Our Labyrinth (2015–ongoing) perform intermittent rituals of sweeping grains into patterns before gathering them back into a tight stack, each time imposing a unique, temporary magnetic field upon the space and its spectators. "

Auf dem ersten Level werden 31 Arbeiten gezeigt, auf dem zweiten Level 42 Arbeiten und auf dem dritten Level 29 Arbeiten, viel zu viel, um sich alles an einem Nachmittag angucken zu können. 
Jeder von uns, wir sind alle zusammen hingegangen, hat sich einige Arbeiten intensiv angesehen. Nur einige Arbeiten auf Level 1 haben wir uns gemeinsam angesehen, so die Arbeiten von Lee Minwei  und Marjolijn Djkman. 

Die Performance "Our Labyrinth von Lee Minwei am Fuß der Treppe hat mir besonders gut gefallen. Eine Performerin fegt Getreidekörner zu verschiedensten Figuren, ohne dass man eine bestimmte Absicht dahinter erkennt.  Sie fegte mit sehr ruhigen und konzentrierten Bewegungen. Es ist ein Geschenk der Performerin an die Besucher, heißt es in dem Begleittext, die Entdeckung des Raumes um seiner selbst willen.







Ganz in der Nähe zeigt Marjolijn Djikman ihre Arbeit "Lunar Station." Ein an einer langen Schnur herunterhängendes Stahlpendel schreibt mit ruhigen Bewegungen ein sich immer wieder veränderndes Muster in den Sand. Es ist eine sehr kontemplative Arbeit.







Wo habe ich diese Arbeit schon einmal gesehen?

Und  dann auf Level 2 "The Great Chain of Beeing - Planet Trilogy", eine riesige, beängstigende Installation von Moinak Biswas in Zusammenarbeit mit Nikolaus Hirsch und Michel Müller. Die Anderen glauben, dass der Film "The Martian", den ich mir noch ansehen muss, die Grundlage dieser Arbeit gewesen sein könnte. Aber auf jeden Fall zeigt die Installation die Oberfläche eines Planeten , der wohl mal bewohnt war  inzwischen aber verlassen wurde. Im Inneren, das man über einen spiralförmigen Weg  erreicht, findet man Überreste einer untergegangenen Zivilisation. 







Und hier noch einige Arbeiten, die mir sehr gefallen haben, die ich aber nicht noch beschreiben will. 

How to Tell of Peace to a Living Dove?

Artist: Özmen Sener video | 2015

The child’s voice is Özmen’s son Robin. Heis vocalising his thoughts in Turkish, a languagehe learned after Kurdish, his  mothertongue. Revisiting his father’s childhood, he has collected memories. And yet, he believes in peace. He takes the clueless dove seriously, talking with it sincerely and openly. Robin is the future.





Looking into Holes

Artist: Peter Piller
photography | Pigment prints | 250x370x16mm | 2005
While working at the Hamburg ad sales agency Carat Hamburg, to subside his boredom in his role of filing thousands of newspapers every week, Piller started compiling his own archive of images by bringing them into some visual and conceptual relation with one another. Looking into Holes, a series both uncanny and humorous, emerged.

Diese Arbeit lässt mich an die Installation  von Christine Biehler denken, die sie  in Hamburg ausgeführt hat.

Hamburg (2015): Ein Bauloch in der Tiefe von drei Metern inklusive der Erdleitungen und Kanalrohre hat Christine Biehler mit einer spiegelnden Hochglanzchromschicht ausgekleidet,  Statt auf feuchte Erde blicken Passanten nun in einen von einer Laterne bestrahlten Spiegel, der seine Umwelt verzerrt zurückstrahlt. „Shining void“ (glänzende Leere) nennt sie diese Kunst im öffentlichen Raum.Foto: eg













Dieser Text, der ganz für sich stand, hat mir sehr gut gefallen.

Abends haben wir uns mit der Familie Lauwens im „Black Pepper“, einem sehr schönen türkischen Restaurant in der Taixing Road, zum Abendessen getroffen. 

Lange haben wir über das Riesenbauvorhaben vor unseren Haustüren diskutiert. 
"Die jungen Leute" gingen anschließend noch "clubbing".
Als wir dann nach Hause kamen, haben wir bei einem Glas Wein darüber sinniert, ob Performancekunst Kunst ist. Natürlich sind wir auf keinen gemeinsamen Nenner gekommen.         
                           

        

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